Chronik

Bei Bombenangriffen der Bundeswehr auf zwei von den Taliban entführte Tanklastwagen südlich der Stadt Kunduz werden auch Zivilisten getötet. Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll die Vorgänge in Afghanistan aufklären. // Für das Verschrotten eines alten Pkw und Neuzulassung wird eine staatliche Abwrackprämie gewährt. // Dank der flächendeckenden Umstellung auf DVB-T können mehr als 90 Prozent der Haushalte DVB-T über Antenne empfangen. // Michael Jackson, der „King of Pop“, stirbt in Los Angeles an einer Medikamentenvergiftung.

Chronik

Preisverleihung

Grimme-Preisverleihung am 3. April 2009 im Theater der Stadt Marl

Preisverleihung

Moderation

Durch den Grimme-Abend führte Barbara Schöneberger. [ Details ]

Moderation

Wie oft hat sie das wahrscheinlich auf jeder x-ten Party hören müssen: Blondes Gift. Das kommt davon, wenn man mit Rollen und Klischees spielt und eine eigene Sendung so tituliert. Aber genau diese Selbst-Ironie ziert Barbara Schöneberger. Denn nichts ist amüsanter und nichts ist überraschender, als eben ein Muster nur anzuticken, als die Klaviatur der Anspielung zu bedienen, um dann ganz andere Linien zu ziehen.

„Blondes Gift“, natürlich, ist sowieso die schönste Hinleitung zur Moderation der Grimme-Preis-Verleihung. Denn vor einigen Jahren war Barbara Schöneberger mit eben dieser Reihe für den Grimme-Preis nominiert. Mit einer Begründung, die ihre quicke Rollenvarianz nicht besser treffen könnte: Sie demonstriere dort nämlich einen eigenständig-spielerischen Umgang mit den Konventionen einer Talkshow.

Die Fähigkeit zum überraschenden Salto ist bei der Moderatorin bestens ausgeprägt. Wer würde seine eigene CD schon mit dem Titel „Jetzt singt sie auch noch“ in den Audio-Orbit schießen? Barbara Schöneberger macht das ganz leichthändig, bewirbt ihre Lieder in einem witzigen Video aus dem Liegestuhl mit Blick auf den Berliner Fernsehturm. Ihre Fans fordert sie auf: Drückt den Bestellknopf, damit ich mir ab und zu was zum Anziehen kaufen kann.

Das alles kann herauskommen, wenn man die Tochter eines Soloklarinettisten ist, wenn man ein Journalismus-Volontariat bei einer Modezeitschrift absolviert, dann Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Kunstgeschichte studiert und nebenher noch Eventmarketing betreibt. Hört sich klug und quirlig an, ist es auch.

Und dann kam, was kommen musste: das Fernsehen. Und das quer durch die Kanäle. Was wiederum signalisiert: Hier werden nicht die üblichen Schubladen geöffnet. Sondern hier ist Neugier im Spiel, Abenteuerlust, auf beiden Seiten. So dass das Barbara Schöneberger-Schiffchen im kreativen Rhythmus zwischen den Stationen wechselt. Die Talkshow „Blondes Gift“ übrigens lief zuerst – wer könnte sich da freihändig erinnern? – auf Sun TV, bevor dieses Format zum WDR ging und dann zu ProSieben.

Jetzt ist gerade die NDR-Talkshow die Gesprächs-Drehbühne für Barbara Schöneberger als schlagfertig-charmante Gastgeberin. Dazu kommen und kamen Rollen noch und noch: so mit Gastspielen in „Frei Schnauze“ (RTL) oder im Sat.1-„Girlscamp“ oder der Lästerrunde „Genial daneben“. „Frei Schnauze“ übrigens fand den großen Beifall der Jury des Deutschen Comedypreises.

Aber was ist das schon gegen den Champagne-Preis für Lebensfreude, den Barbara Schöneberger gerade entgegengenommen hat? Eine Jury mit Hellmuth Karasek als Chef, eine im edlen Getränk gebadete bisherige Preisträgerriege von Axel Hacke über Thomas Gottschalk und Karl Kardinal Lehmann bis Hape Kerkeling – wie könnte man besser geadelt werden für die allerbesten Eigenschaften im Spektrum von Witz, Charme und Sexappeal? Zu übertreffen nur durch eines: Die Grimme-Moderation – Vorhang auf und Beifall!