Chronik

Eines der schwersten Erdbeben seit 1923 erschüttert die Region um die japanischen Städte Kobe und Osaka. // Nach dem europaweiten Boykott seiner Tankstellen nimmt der Shell seine Entscheidung zurück, die ausgediente Ölplattform „Brent Spar“ im Nordatlantik zu versenken. // In Deutschland wird zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit als „fünfte Säule“ die soziale Pflegeversicherung eingeführt. // Mehrere neue Privatsender – Super RTL, tm3, Nickelodeon, MTV, Viva Zwei sowie der erste deutsche Shoppingkanal HSE24 – gehen an den Start.

Chronik

Preisverleihung

Preisverleihung am 17. März 1995 im Theater Marl

Preisverleihung

Moderation

Die Grimme-Preis-Verleihung 1995 wurde von Herbert Feuerstein (links) moderiert (Foto: WDR/Dominique Ecken)

Moderation

Statement

Andreas Rogenhagen (Grimme-Preis 1995)

„Ich hatte ja das große Glück, in Marl aufzuwachsen, und ein fester Termin im Jahreskalender war ab Teenageralter die Verleihung des Grimme-Preises. Natürlich interessierte man sich absolut nicht für ausgezeichnetes Qualitätsfernsehen, sondern ausschließlich für ausgezeichnetes Essen und vor allem: Freibier!2 [ Details ]

Statement

Andreas Rogenhagen (Grimme-Preis 1995)
„Ich hatte ja das große Glück, in Marl aufzuwachsen, und ein fester Termin im Jahreskalender war ab Teenageralter die Verleihung des Grimme-Preises. Natürlich interessierte man sich absolut nicht für ausgezeichnetes Qualitätsfernsehen, sondern ausschließlich für ausgezeichnetes Essen und vor allem: Freibier! Um das ohne Einladung und mit deutlich sichtbaren 16 Jahren zu erreichen, lungerte man vor dem Eingang der Party herum, bis die Pförtner entweder mürbe, milde oder einfach mal kurz weg waren. Dann zog man wie ein kleiner Triumphator in die heiligen Hallen ein und steuerte den ersten Bierstand an.
Als ich den Preis dann selber bekam, damals mit 28 Jahren praktisch noch in der Pubertät, war es mir natürlich eine Pflicht, meine alten Freunde frühzeitig und unkompliziert auf die Party zu schleusen – und genauso endete der Abend auch. Auf der Rückfahrt im Taxi wollte jeder mal den Preis halten und als wir ankamen, fanden wir ihn nicht mehr. ,Wo ist der Grimme-Preis?!’ wurde durch das Auto geschrieen, bis er schließlich irgendwo plattgetrampelt unter unsere Füßen auftauchte. Seither ziert er, mit Tesafilm zusammengeklebt, alle meine Wohnungen, und ich kann mich wohl rühmen, den kurzlebigsten Grimme-Preis aller Zeiten zu besitzen, denn zwischen Verleihung und Zerstörung lagen höchstens sieben Stunden. Außer diesem Rekord hat die ganze Sache noch einen weiteren Vorteil. Seit Tag eins laufe ich an dem Preis vorbei und denke: ,Wird mal Zeit für einen neuen.’“